Blätter für deutsche und internationale Politik 65 (2020), 3

Titel der Ausgabe 
Blätter für deutsche und internationale Politik 65 (2020), 3
Weiterer Titel 

Erschienen
Berlin 2020: Blätter Verlag
Erscheint 
monatlich
ISBN
0006-4416
Anzahl Seiten
128 S.
Preis
Jahresabo 84,60 Euro, ermäßigt 67,20 Euro, Auslandszuschläge auf Anfrage, Einzelheft 10 Euro (zzgl. Versand)

 

Kontakt

Institution
Blätter für deutsche und internationale Politik
Land
Deutschland
Ort
Berlin
c/o
Blätter-Redaktion Berlin: Anne Britt Arps, Albrecht von Lucke, Annett Mängel, Steffen Vogel Online-Redaktion: Tessa Penzel Torstraße 178 10115 Berlin Tel. 030/3088 3640 Fax 030/3088 3645
Von
Steffen Vogel

Liebe Leserinnen und Leser,

Die März-Ausgabe der „Blätter für deutsche und internationale Politik“ erscheint am 27. Februar 2020.

In ihr analysieren der Ökonom James K. Galbraith, der „Blätter“-Mitherausgeber Claus Leggewie und der Historiker Paul M. Renfro, welcher US-Demokrat Donald Trump bei der Präsidentschaftswahl im November schlagen könnte. Die Kulturwissenschaftlerin Aleida Assmann plädiert für eine Wiederaneignung des Nationenbegriffs: Dieser dürfe in Zeiten eines erstarkenden Rechtspopulismus nicht den Rechten überlassen werden. Der Umweltaktivist Bill McKibben argumentiert, vor allem mit Solarenergie und Gewaltfreiheit lasse sich die menschengemachte Klimakrise noch aufhalten. Und die Soziologin Christa Wichterich beobachtet eine neue Welle transnationaler feministischer Bewegungen.

Weitere Themen im März: Von Erfurt nach Berlin: Nützliche Idioten für die AfD, Die Arztpraxis als Renditeobjekt, Biometrische Videoüberwachung: Die neue Hochrisikotechnologie, China: Von der Virus- in die Wirtschaftskrise?, Wie unser Wohlstandsmodell den Planeten ruiniert, Afrika in der Schuldenfalle?, Kubas kurzer Frühling u.v.m.

Mit herzlichen Grüßen
Ihre „Blätter“-Redaktion

www.blaetter.de/aktuelle-ausgabe

Inhaltsverzeichnis

Kurzgefasst
James K. Galbraith, Claus Leggewie, Paul M. Renfro: USA 2020: Wer schlägt Trump?, S. 45–65
Donald Trump ist auch im eigenen Land ein überaus umstrittener Präsident. Dennoch gilt ein Sieg der Demokraten bei der Wahl im November keineswegs als ausgemacht. Wer also wäre der richtige Kandidat? Und wie lautet die beste Strategie? Dem widmen sich der Ökonom James K. Galbraith, „Blätter“-Mitherausgeber Claus Leggewie und der Historiker Paul M. Renfro.

Christa Wichterich: Die neue feministische Welle: Brücken bauen, Kämpfe verbinden, S. 67–72
Die vierte Weltfrauenkonferenz von Peking gilt vielen Feministinnen als Sternstunde im Kampf für Geschlechtergerechtigkeit. Heute, 25 Jahre später, stellt ein aggressiver Anti-Feminismus rechtspopulistischer Prägung die Erfolge von damals massiv in Frage, so die Soziologin Christa Winterich. Um den drohende Backlash aufzuhalten, müssen sich die weltweit auflebenden feministischen Kämpfe und Bewegungen vereinen.

Aleida Assmann: Erinnerung, Identität, Emotionen: Die Nation neu denken, S. 73–86
Wir befinden uns auf dem Weg in eine kosmopolitische Weltgesellschaft und Nationen können getrost vergessen werden – das war lange Zeit Konsens unter Modernisierungstheoretikern, aber auch unter linken Intellektuellen. Doch die Skepsis gegenüber der Nation ist angesichts eines erstarkenden Rechtspopulismus ein Versäumnis, mahnt die Kulturwissenschaftlerin Aleida Assmann. Der erneuten Brutalisierung der Nation durch rechte und demokratiefeindliche Kräfte muss ein zivilisatorisches Projekt entgegengestellt werden.

Bill McKibben: Die Kraft der Sonne und das Gewicht der Stimme. Wie wir die Mächtigen in den Wahnsinn treiben können, S. 87–97
Die Hälfte der Tiere des Planeten sind bereits ausgestorben, und der Mensch entpuppt sich als zerstörerische Kraft. Dieser Entwicklung setzt Umweltaktivist und Publizist Bill McKibben zwei „Technologien“ entgegen, die transformatives Potential bergen: Solarenergie und Gewaltlosigkeit müssen den Kampf gegen mächtige Industrien antreten und den Komplex aus Gewalt, Macht und Geld durch Kreativität, Leidenschaft und Geist zerschlagen.

Maja Göpel: Unser Wunsch nach mehr, unsere Angst vor weniger. Wie unser Wohlstandsmodell den Planeten ruiniert, S. 98–106
Verzicht ist in Zeiten der Klimakrise unabdingbar. Doch noch lebt der globale Norden weit über seine Verhältnisse – und das obwohl Materialismus und immer mehr Konsum nicht glücklich machen, kritisiert die Politökonomin Maja Göpel. Ihr Plädoyer: Wir brauchen einen Politikwandel, der Wachstum nicht als Zweck begreift, sondern als Mittel hin zu mehr Nachhaltigkeit – beim Konsumieren, Produzieren und Investieren.

Jonas Gerding: Afrika in der Schuldenfalle? Das Blame Game der USA gegen China, S. 107–114
In den vergangenen Jahren ist China nicht nur zum größten Handelspartner der afrikanischen Länder aufgestiegen, sondern auch zu ihrem größten Investor. Vor allem US-amerikanische Beobachter warnen, Afrika könnte in die chinesische Schuldenfalle tappen – und so den geopolitischen Ambitionen Chinas ausgeliefert sein. Damit aber machen sie es sich zu einfach, hält der Journalist Jonas Gerding dagegen. Natürlich ist das chinesische Engagement auch geostrategisch motiviert. Das gilt aber ebenso für die amerikanischen Versuche, ihren globalen Bedeutungsverlust zu kaschieren.

Gerhard Drekonja-Kornat: Castros Erbe: Kubas kurzer Frühling, S. 115–120
Die Kubanische Revolution hat Krise um Krise überstanden, und noch immer scheint vielen die Vorstellung, dass sie einmal enden könnte, abwegig. Zuletzt hatte die Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Washington und Havanna unter US-Präsident Barack Obama in Kuba zu einem politisch-gesellschaftlichen Frühling geführt, so der Historiker Gerhard Drekonja-Kornat. Doch die zaghafte Öffnung könnte nur von kurzer Dauer sein: Mit der Blockadepolitik der Trump-Administration verflüchtigt sich auch die Hoffnung auf eine neue Ära nach den Castro-Brüdern.

Inhaltsverzeichnis

KOMMENTARE

Von Erfurt nach Berlin: Nützliche Idioten für die AfD von Albrecht von Lucke, S. 5

Die Arztpraxis als Renditeobjekt von Anette Dowideit, S. 9

Biometrische Videoüberwachung: Die neue Hochrisikotechnologie von Daniel Leisegang, S. 13

China: Von der Virus- in die Wirtschaftskrise? von Fabian Kretschmer, S. 17

Vorbild Hongkong: Taiwan gegen China von Siegfried Knittel, S. 21

Syrien: Der Pakt der Autokraten von Kristin Helberg, S. 25

Italien: Das Erwachen der Demokraten von Andrea Affaticati, S. 29

Fundamentalistischer Säkularismus: Der Kampf gegen das Kopftuch von Wolfgang Hecker, S. 33

DEBATTE

Mehr radikale Demokratie wagen – jenseits der Parteizwänge! von Egbert Scheunemann, S. 37

KOLUMNE

Trumps gefährlicher Nahost-Plan von Susie Gelman, S. 41

ANALYSEN UND ALTERNATIVEN

USA 2020: Wer schlägt Trump?

Was will Sanders? von James K. Galbraith, S. 45

God‘s own country: Der Kampf um die Religiösen von Claus Leggewie, S. 55

Pete Buttigieg: Progressiv und neoliberal von Paul M. Renfro, S. 61

Die neue feministische Welle: Brücken bauen, Kämpfe verbinden von Christa Wichterich, S. 67

Erinnerung, Identität, Emotionen: Die Nation neu denken von Aleida Assmann, S. 73

Die Kraft der Sonne und das Gewicht der Stimme: Wie wir die Mächtigen in den Wahnsinn treiben können von Bill McKibben, S. 87

Unser Wunsch nach mehr, unsere Angst vor weniger: Wie unser Wohlstandsmodell den Planeten ruiniert von Maja Göpel, S. 98

Afrika in der Schuldenfalle? Das Blame Game der USA gegen China von Jonas Gerding, S. 107

Castros Erbe: Kubas kurzer Frühling von Gerhard Drekonja-Kornat, S. 115

AUFGESPIESST

Die Merzgefallenen der CDU von Jan Kursko, S. 66

BUCH DES MONATS

Zerstrittene Staaten von Amerika von Jens Balzer, S. 121

EXTRAS

Kurzgefasst, S. 43

Dokumente, S. 124

Chronik des Monats Januar 2020, S. 125

Zurückgeblättert, S. 128

Impressum und Autoren, S. 128

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