Blätter für deutsche und internationale Politik 55 (2010), 2

Titel der Ausgabe 
Blätter für deutsche und internationale Politik 55 (2010), 2
Weiterer Titel 
Die Plünderung des Staates

Erschienen
Berlin 2010: Blätter Verlag
Erscheint 
monatlich
Anzahl Seiten
128 Seiten
Preis
9 Euro Einzelheft, 75,60 Euro im Abo (58,20 erm.)

 

Kontakt

Institution
Blätter für deutsche und internationale Politik
Land
Deutschland
Ort
Berlin
c/o
Blätter-Redaktion Berlin: Anne Britt Arps, Albrecht von Lucke, Annett Mängel, Steffen Vogel Online-Redaktion: Tessa Penzel Torstraße 178 10115 Berlin Tel. 030/3088 3640 Fax 030/3088 3645
Von
Annett Mängel

Liebe Leserinnen und Leser,

am 29. Januar erschien die Februarausgabe der Blätter mit Beiträgen u.a. von Norman Birnbaum, Hans-C. von Sponeck, Heribert Prantl, Werner Rügemer...

Norman Birnbaum
Gefangener im Weißen Haus

Ein Jahr nach Amtsantritt wirkt Präsident Obama wie ein Gefangener im Weißen Haus. Norman Birnbaum, Professor em. an der Georgetown University in Washington und Mitherausgeber der "Blätter", analysiert die Lage der neuen Administration und ihrer zentralen außenpolitischen Akteure. Seine These: Die Vereinigten Staaten - und insbesondere die Angehörigen des politischen Apparates - haben Obamas Botschaft, dass mit dem alten Verständnis von Außenpolitik gebrochen werden muss, nicht verstanden.

Hans-C. von Sponeck
Im paschtunischen Sumpf
Obamas "AfPak"-Strategie

Ende Januar tagt in London die Afghanistan-Konferenz. Aus diesem Anlass diskutiert der langjährige Diplomat Hans-C. von Sponeck die Lage in der "AfPak" genannten afghanisch-pakistanischen Region. Zu lange habe Washington, so von Sponeck, die tatsächlichen Voraussetzungen in der Region ignoriert und auf rein militärisches Vorgehen gesetzt. Gefragt sind stattdessen Alternativen zur gescheiterten militärischen Lösung.

Benedikt Behrens
Der Fall Honduras
"No Change" in der US-Lateinamerikapolitik?

Am 27. Mai wurde Porfirio Lobo, der die von der Putsch-Regierung abgehaltene Wahl vom November gewonnen haben soll, zum neuen Präsidenten von Honduras gekürt. Der Historiker Benedikt Behrens analysiert die Vorgänge seit dem Militärputsch gegen Präsident Zelaya vom Juni 2009 und fragt nach den Gründen für die Haltung der US-Regierung.

Heribert Prantl
Der Unruhestifter
Baltasar Garzóns Kampf für das Recht

Seit der spanische Untersuchungsrichter Baltasar Garzón 1998 die Festnahme des chilenischen Ex-Diktators Pinochet veranlasste, ist er zum Symbol für die beharrliche strafrechtliche Verfolgung von Massenmördern geworden. Heribert Prantl, Ressortleiter Innenpolitik der "Süddeutschen Zeitung", würdigt den Kämpfer für die Menschenrechte anlässlich der Verleihung des Hermann-Kesten-Preises des PEN-Zentrums Deutschland.

Werner Rügemer
Public Private Partnership oder Die Plünderung des Staates

Das sogenannte Wachstumsbeschleunigungsgesetz der Bundesregierung richtet die Finanzen der Länder und insbesondere der Kommunen zugrunde. Als Ausweg aus diesem Dilemma werden - einmal mehr - Öffentlich-Private Partnerschaften empfohlen. Der Publizist Werner Rügemer untersucht die Karriere dieses gescheiterten Konzepts - von ihren Ursprüngen in Großbritannien bis zur Gegenwart in der Bundesrepublik. Dabei zeigt sich: Es handelt sich um eine weitere Welle der Privatisierung öffentlichen Eigentums - zu Lasten des Staates und seiner Bürgerinnen und Bürger.

Camille Logeay und Thomas Weiß
Das hausgemachte Defizit
Reallohnverlust und die Misere der Sozialversicherung

Die Wirtschafts- und Finanzkrise ging weder vom Arbeitsmarkt noch vom Sozialstaat aus. Dennoch wird die Bundesrepublik regiert, als sei dies der Fall. Die Wirtschaftswissenschaftler Camille Logeay und Thomas Krüger zeigen, dass der Reallohnrückgang der letzten Jahre die Krise verschärfte - und zugleich massive negative Auswirkungen auf die als "Lohnnebenkosten" denunzierten Sozialbeiträge zeitigte. Ihr Fazit: Wären die Löhne nicht hinter der Produktivitätsentwicklung zurückgeblieben, gäbe es auch das viel beschworene Defizit bei der Sozialversicherung nicht.

Martin Allespach, Alex Demirovic, Lothar Wentzel
Demokratie wagen!
Gewerkschaftliche Perspektiven in der Wirtschaftskrise

Die wachsende soziale Ungleichheit befördert die Politikverdrossenheit und erzeugt eine "Krise der Demokratie" - in diesem Kontext diskutieren Martin Allespach, Alex Demirovic und Lothar Wentzel gewerkschaftliche Perspektiven im Angesicht der Krise. Um die Vorherrschaft des Neoliberalismus zu brechen, plädieren sie für eine Wende hin zu mehr Demokratie und einem sozial-ökologischen Entwicklungsweg.

Jan Pehrke
Die Weggesperrten
Sicherungsverwahrung statt Resozialisierung

Seit Jahren wächst in der Bundesrepublik die Anzahl jener Straftäter, die nach Ablauf ihrer Strafe dauerhaft in "Sicherungsverwahrung" genommen werden. Der Journalist Jan Pehrke zeigt die Fallstricke, die sich hieraus ergeben, und diskutiert die jüngste Intervention des Europäischen Gerichtshofs. Dabei wird deutlich: Die im schwarz-gelben Koalitionsvertrag angekündigten Gesetzesverschärfungen stehen im Widerspruch zu den Menschenrechten.

Inhaltsverzeichnis

INHALTSVERZEICHNIS

KOMMENTARE UND BERICHTE

Kriegsjustiz durch die Hintertür von Helmut Kramer S. 5

Bankenregulierung? Fehlanzeige! Von Lucas Zeise S. 9

Das Comeback der Kommunen von Tim Engartner S. 13

Bildungsstreik: Fortsetzung folgt von Maximilian Pichl S. 17

Olympia 2018: Desaster mit Ansage von Klaus Weber S. 20

Die "Neugründung" Boliviens von Helge Buttkereit S. 24

DEBATTE

Klimaschutz am Abgrund von Thomas Breuer S. 28

AUFGESPIESST

Margot Käßmann und die rechten Kampagneros von Albrecht von Lucke S. 31

ANALYSEN UND ALTERNATIVEN

Gefangener im Weißen Haus von Norman Birnbaum S.35

Im paschtunischen Sumpf. Obamas „AfPak“-Strategie von Hans-C. von Sponeck S. 45

Der Fall Honduras. „No Change“ in der US-Lateinamerikapolitik? Von Benedikt Behrens S. 57

Der Unruhestifter. Baltasar Garzóns Kampf für das Recht S. 63

Public Private Partnership: Die Plünderung des Staates von Werner Rügemer S. 75

Hausgemachtes Defizit. Reallohnverlust und die Misere der Sozialversicherung von Camille Logeay und Thomas Weiß S. 85

Demokratie wagen! Gewerkschaftliche Perspektiven in der Wirtschaftskrise von Martin Allespach, Alex Demirovíc und Lothar Wentzel S. 95

Die Weggesperrten. Sicherungsverwahrung statt Resozialisierung von Jan Pehrke S. 107

BUCH DES MONATS

Goethes Liebe zum Islam von Ekkehart Krippendorff S 114

DOKUMENTE ZUM ZEITGESCHEHEN

„Krieg wird es immer geben“ Rede des US-Präsidenten Barack Obama bei seiner Auszeichnung mit dem Friedensnobelpreis am 10. Dezember 2009 in Oslo (Wortlaut)

CHRONIK

Chronik des Monats Dezember 2009 S. 125

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