Mittelweg 36. Zeitschrift des Hamburger Instituts für Sozialforschung 23 (2014), 4

Titel der Ausgabe 
Mittelweg 36. Zeitschrift des Hamburger Instituts für Sozialforschung 23 (2014), 4
Weiterer Titel 
Kriegsschuld und demokratischer Neuanfang

Erschienen
Erscheint 
zweimonatlich
ISBN
978-3-86854-727-6
Anzahl Seiten
120 S.
Preis
€ 9,50

 

Kontakt

Institution
Hamburger Instituts für Sozialforschung
Abteilung
Zeitschrift »Mittelweg 36«
Land
Deutschland
PLZ
20148
Ort
Hamburg
Straße
Mittelweg 36
Telefon
040/414 097 84
Fax
040/414 097 11
Von
Hälker, Nina

Anlässlich der hundertsten Wiederkehr des Kriegsausbruchs im August 1914 kreist die öffentliche Debatte hierzulande weitgehend um deutsche Befindlichkeiten. Vor allem die Reaktionen auf Christopher Clarks Buch „Die Schlafwandler“ machen deutlich, dass die Diskussion nach wie vor von der Frage dominiert wird, ob Deutschland die Schuld am Weltkrieg trug oder nicht.

„Vergesst die Schulddebatte!“ fordert Friedrich Kießling in der neuen Ausgabe des Mittelweg 36 (4/2014) und erläutert, dass die jüngere Forschung zu den Ursachen des Ersten Weltkriegs ebenso interessante wie beunruhigende neue Erkenntnisse bereithält. Bernd Greiner beschäftigt sich mit „Barbara Tuchmans Klassiker über die Anfänge des Ersten Weltkriegs“ und erkennt, was etwa die allseitige Angst vor dem Verlust militärischer und politischer Glaubwürdigkeit angeht, Parallelen zum Kalten Krieg.

Tim B. Müller durchleuchtet den Zusammenhang von „Krieg und Demokratisierung“: Von der Ausweitung des Wahlrechts über die Erfindung des Wohlfahrtsstaats bis zur Einübung einer demokratischen Lebensweise – nach dem Ersten Weltkrieg begann die Erfolgsgeschichte der modernen westlichen Massendemokratie. Über frühe Faschismusanalysen, mit denen sich liberale Intellektuelle wie Fritz Schotthöfer und Moritz Julius Bonn in den 1920er Jahren gegen alle Versuche wandten, eine antidemokratische „Volksgemeinschaft der Gleichgesinnten“ zu errichten, berichtet Jens Hacke. Der Beitrag „In fremden Uniformen“ von Julia Eichenberg erklärt, warum der Große Krieg in Polen lange Zeit nahezu vergessen war.

Im Streitgespräch „Von Nachbarn, Töchtern und Pistolen“ diskutiert der Rechtswissenschaftler Reinhard Merkel mit Jan Philipp Reemtsma und weiteren WissenschaftlerInnen über die völkerrechtliche Bewertung der Abtrennung der Krim von der Ukraine und über seine These, dass von einer Annexion durch Russland nicht die Rede sein könne.

Die Befürchtung, ihr Land könnte von seinem übermächtigen Nachbarn geschluckt werden, trieb auch die Aktivisten der „Sonnenblumenbewegung“ in Taiwan um, von deren spektakulärer Besetzung des Parlaments im Frühjahr diesen Jahres Wolfgang Kraushaar in der „Protest-Chronik“ berichtet.

Abstracts und Leseproben finden Sie auf unserer Seite: <http://www.mittelweg36.de>

Inhaltsverzeichnis

INHALT:

Friedrich Kießling: Vergesst die Schulddebatte! Die Forschung zum Ersten Weltkrieg überwindet liebgewonnene Denkblockaden (S. 4–15)

Bernd Greiner: Casino Royale. Barbara Tuchmans Klassiker über die Anfänge des Ersten Weltkriegs (S. 16–29)

Tim B. Müller: Krieg und Demokratisierung. Für eine andere Geschichte Europas nach 1918 (S. 30–52)

Jens Hacke: „Volksgemeinschaft der Gleichgesinnten“. Liberale Faschismusanalysen und die Wurzeln der Totalitarismustheorie (S. 53–73)

Julia Eichenberg: In fremden Uniformen. In Polen wird ein vergessener Krieg wiederentdeckt (S. 74–88)

Von Nachbarn, Töchtern und Pistolen. Ein Streitgespräch über die Annexion der Krim (S. 89–113)

Aus der Protest-Chronik (S. 115–119)

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