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Mittelweg 36. Zeitschrift des Hamburger Instituts für Sozialforschung 27 (2018), 3

Titel der Ausgabe 
Mittelweg 36. Zeitschrift des Hamburger Instituts für Sozialforschung 27 (2018), 3
Weiterer Titel 
Zugehörigkeiten. Neuvermessung des Politischen

Herausgeber
Hamburger Institut für Sozialforschung; Redaktion:Martin Bauer (geschäftsführend und v. i. S. d. P.); Stephanie Kappacher, Karsten Malowitz, Dr. Stefan Mörchen; Dr. Clemens Reichold, Marketing und Vertrieb: Anja Irmschläger
Erschienen
Erscheint 
zweimonatlich
ISBN
978-3-86854-747-4
Anzahl Seiten
96 S.
Preis
9,50

 

Kontakt

Institution
Mittelweg 36. Zeitschrift des Hamburger Instituts für Sozialforschung
Land
Deutschland
c/o
Redaktion Zeitschrift »Mittelweg 36« des Hamburger Instituts für Sozialforschung Mittelweg 36 20148 Hamburg Tel.: 040/414 097 84 Fax.: 040/414 097 11 E-Mail: <zeitschrift@mittelweg36.de>
Von
Anja Irmschläger

Ein Schiff mit hunderten vor dem Ertrinken geretteter Menschen an Bord kann erst nach tagelanger Irrfahrt durchs Mittelmeer einen Hafen anlaufen, in Berlin drohen derweil die Union und die Regierung an der Frage zu zerbrechen, ob man bei der Flüchtlingsabwehr weiter auf eine europäische Lösung setzen oder den nationalen Alleingang antreten soll. Während der „Flüchtlingsstreit“ weiter das politische Tagesgeschäft bestimmt, unternimmt die neue Mittelweg 36-Ausgabe Probebohrungen im normativen Fundament einer Politik, die Zugehörigkeit in der exklusiven Form der Staatsbürgerschaft regelt und demokratische Vergemeinschaftung nur im nationalstaatlichen Rahmen denken kann.

Die heutigen Migrationsbewegungen, so meinen Rebecca Gulowski und Martin Oppelt, bieten Anlass zu einer gesellschaftlichen Selbstbefragung, die den Raum für erweiterte Vorstellungen von Solidarität und politischer Teilhabe öffnet: „Wir, neu betrachtet.“ Oliver Flügel-Martinsen untersucht überwunden geglaubte rassistische Ausgrenzungsfiguren im politischen Diskurs liberaler Demokratien und stößt dabei auf das Phantasma eines mit sich selbst identischen Volkes, dem er die „Postidentitäre Demokratie“ entgegenstellt. Oliver Marchart plädiert „Für eine Medeische Union“ – für ein Europa, das den Umgang mit Geflüchteten nicht allein zur humanitären Frage erklärt, sondern als Lackmustest für eine radikale Demokratie versteht, die auf einer Ethik der Selbstentfremdung gründet. Die „Grenzfigur Flüchtling“, so zeigt Julia Schulze Wessel, ist ein Produkt der exterritorialisierten und dynamisierten Grenzregime der Gegenwart. Zugleich fordern Geflüchtete nationale Grenzziehungen auf vielfältige Weise heraus. Um „Körper in Bewegung“ und ihre politische Bedeutung im Rahmen einer neuen Ein- und Aufteilung des gesamten Planeten geht es im Interview mit Achille Mbembe. Teresa Koloma Beck schließlich warnt davor, die Diskussion um diversity in der Wissenschaft auf Personalfragen zu verengen, und will stattdessen mit ihrem „Aufruf zum Aufstand“ eine epistemische Revolution anzetteln.

Wolfgang Kraushaar erklärt in der „Protest-Chronik“, wie 1966 die Idee eines Amsterdamer „Provos“ den niederländischen Ostermarsch zu einem politischen Großereignis werden ließ.

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

Rebecca Gulowski / Martin Oppelt
Wir, neu betrachtet. Demokratische Selbstverortungen (S. 4)

Oliver Flügel-Martinsen
Postidentitäre Demokratie (S. 11)

Oliver Marchart
Für eine Medeische Union. Flucht, Migration und die Ethik der Demokratie (S. 32)

Julia Schulze Wessel
Grenzfigur Flüchtling. Nationale Grenzziehungen und neue Räume des Politischen (S. 43)

Körper in Bewegung
Achille Mbeme im Interview (S. 62)

Teresa Koloma Beck
Aufruf zum Aufstand. Diversität als wissenschaftliches Problem (S. 75)

Wolfgang Kraushaar
Aus der Protest-Chronik: 10. April 1966, Alkmaar (S. 92)

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