Titel der Ausgabe 
GWU 49 (1998), 2
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monatlich

 

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Institution
Geschichte in Wissenschaft und Unterricht
Land
Deutschland
c/o
Prof. Dr. Michael Sauer Universität Göttingen Seminar für Mittlere und Neuere Geschichte Didaktik der Geschichte Waldweg 26 37073 Göttingen Tel. 0551/39-13388 Fax 0551/39-13385
Von
Horstkemper, Gregor

Inhaltsverzeichnis

Hartmut Boockmann: Editorial (S. 79)

Beitraege

- Ruth Bettina Birn / Volker Riess: Das Goldhagen-Phaenomen oder: 50 Jahre danach, in: GWU 49 (1998), S. 80-95
Der Beitrag beschaeftigt sich mit der Kampagne fuer das Buch Goldhagens und mit der Rezeption in der Oeffentlichkeit und Wissenschaft vor dem Hintergrund der Mediengesellschaft beiderseits des Atlantiks. Auf Thesen, Methodik, Argumentationsweise und wissenschaftlichen Stellenwert des Buches wird kritisch eingegangen.
Es knuepfen sich daran Betrachtungen ueber die gesellschaftliche Funktion von Erinnerung an den Holocaust insbesondere in Nordamerika und ueber die Probleme der Darstellung seiner Geschichte angesichts des absehbaren Verlusts des Korrektivs durch Zeitzeugen und zunehmender Trivialisierung des Themas. Abschliessend erfolgen Ueberlegungen zur positiven Aufnahme Goldhagens bzw. seines Themas in Deutschland besonders durch die "kritische" Oeffentlichkeit.

- Hartmut Berghoff: Zwischen Verdraengung und Aufarbeitung. Die bundesdeutsche Gesellschaft und ihre nationalsozialistische Vergangenheit in den Fuenfziger Jahren, in: GWU 49 (1998), S. 96-114
Der Umgang der westdeutschen Gesellschaft der 1950er Jahre mit ihrer juengsten Vergangenheit ist seit 1990 verstaerkt zum Gegenstand der historischen Forschung und ueberaus kontroversen Beurteilungen geworden. Dieser Aufsatz wendet sich nach einem Ueberblick ueber die Debatte der kollektiven Dispositionen und Verhaltensweisen der Bevoelkerungsmehrheit der fruehen Bundesrepublik zu. Dieser Zugang wurde bisher gegenueber der politischen und juristischen Dimension des Themas vernachlaessigt. Im einzelnen fragt der Artikel nach der Praxis kollektiven Gedenkens, der sprachlichen und medialen Aufarbeitung der NS-Vergangenheit, dem Verhalten staatsnaher Berufsgruppen und der oeffentlichen Meinung im Spiegel der Demoskopie. Dabei zeigt sich, dass weder der Verdraengungs- noch die Aufarbeitungsthese das Geschehen adaequat beschreibt. Vielmehr ist bereits in der 1950er Jahren eine Entwicklung von der weitgehenden Erinnerungsverweigerung zur ersten Etappe einer ernsthaften Auseinandersetzung festzustellen, was auch in Politik und Rechtsprechung einen unuebersehbaren Kurswechsel bewirkte.

Diskussion

- Ulrich von Petersdorff: Das Berliner Holocaustdenkmal. Zur Namensnennung der NS-Opfer auf Denkmaelern, in: GWU 49 (1998), S. 115-118

Literaturbericht

- Ulrich Muhlack: Geschichte und Theorie der Geschichtswissenschaft, Teil I, in: GWU 49 (1998), S. 119-136

Nachrichten (S. 137-140)

Aus dem Verband der Geschichtslehrer
Euroclio (S. 141)

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