GWU 50 (1999), 5-6

Titel der Ausgabe 
GWU 50 (1999), 5-6
Weiterer Titel 
Geschichtsdidaktik - Wege und Irrwege

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Erscheint 
monatlich

 

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Institution
Geschichte in Wissenschaft und Unterricht
Land
Deutschland
c/o
Prof. Dr. Michael Sauer Universität Göttingen Seminar für Mittlere und Neuere Geschichte Didaktik der Geschichte Waldweg 26 37073 Göttingen Tel. 0551/39-13388 Fax 0551/39-13385
Von
Reimer, Torsten

Inhaltsverzeichnis

Abstracts (GWU 50, 1999, S. 266)

Joachim Rohlfes: Editorial (GWU 50, 1999, S. 267)

Beitraege

- Bodo von Borries: Notwendige Bestandsaufnahme nach 30 Jahren? Ein Versuch ueber Post´68-Geschichtsdidaktik und Post´89-Problemfelder (GWU 50, 1999, S. 268-281)
Der Geschichtsunterricht folgt in der alltaeglichen Praxis keineswegs den seit etwa 1968 entwickelten Anspruechen und Konzepten; seine Ergebnisse entsprechen auch nicht den Richtlinienanforderungen. Es sollte daher diskutiert werden, inwieweit die Problemlage (z. B. Interkulturalitaet, Geschichtspolitik) sich seit 1968 geaendert hat und inwieweit die Geschichtsdidaktik zentrale Gesichtspunkte (z. B. Motivation und Entwicklungslogik) vernachlaessigt hat.

- Hans-Juergen Pandel: Postmoderne Beliebigkeit? Ueber den sorglosen Umgang mit Inhalten und Methoden (GWU 50, 1999, S. 282-291)
Der Geschichtsunterricht hat sich in den letzten zehn Jahren eine Vielfalt von Methoden (wie Rollenspiele) und Verfahrensweisen (wie Handlungsorientierung) angeeignet, die die Aktivierungs- und Mitbeteiligungschancen der Schuelerinnen und Schueler erhoeht haben. Thematisch haben Frauengeschichte, Umweltgeschichte etc. die potentiellen Inhalte vervielfacht. Die Frage, ob auch sinnvoll sei, was moeglich scheint, ist bislang nicht gestellt. Die Prinzipien und Regeln einer Methodik sollten diskutiert werden, um das Profil und die Qualitaet des Geschichtsunterrichts zu sichern.

- Dietmar von Reeken: Wer hat Angst vor Wolfgang Klafki? Der Geschichtsunterricht und die "Schluesselprobleme" (GWU 50, 1999, S. 292-304)
Die Orientierung an Wolfgang Klafkis "Schluesselproblemen" in neueren Lehrplaenen wird in den didaktischen Diskussionen immer wieder als Gefahr fuer den Geschichtsunterricht angesehen. Der Aufsatz leuchtet die Hintergruende dieses Feindbildes aus, plaediert fuer eine kritische geschichtsdidaktische Auseinandersetzung mit dem Konzept und schlaegt ein Strukturgitter aus Schluesselproblemen und Fremdverstehen als Modell fuer die Auswahl der Inhalte des Geschichtsunterrichts vor.

- Joachim Rohlfes: Ein Herz fuer die Personengeschichte? Strukturen und Persoenlichkeiten in Wissenschaft und Unterricht (GWU 50, 1999, S. 305-320)
Der Aufsatz stellt das seit den 70er Jahren weithin akzeptierte Verdikt gegen die sogenannte "Personalisierung" im Geschichtsunterricht in Frage. Er haelt die rigorose Zurueckdraengung der Individuen zugunsten ueberpersoenlicher Strukturen und Prozesse weder fuer fachlich haltbar noch fuer paedagogisch wuenschenswert. Die voreilig totgesagte historische Biographie hat ihre Ergiebigkeit vielfach erwiesen, nicht zuletzt auch in Form der Gruppen-Biographie. Erfahrungsgeschichte und Oral-History begegnen wirkungsvoll der in der modernen Struktur- und Sozialgeschichte angelegten Tendenz, Geschichte "ohne Menschen" zu praesentieren.

- Andreas Edel: Planspiele im Geschichtsunterricht. Ein Arbeitsbericht (GWU 50, 1999, S. 321-339)
Der Beitrag stellt unterschiedliche Formen des Planspiels und deren Einsatzmoeglichkeiten im Geschichtsunterricht vor. Neben der Handlungsorientierung ist besonders hervorzuheben, dass die Schueler im Planspiel zu rationalem Entscheidungsverhalten und zu einem differenzierten Urteil ueber die Handlungsspielraeume historischer Persoenlichkeiten eingeleitet werden. Dies wird an Unterrichtserfahrungen mit einem Planspiel zur Aussenpolitik um 1740 konkretisiert.

- Bernd Muetter: Emotionen und historisches Lernen (GWU 50, 1999, S. 340-355)
Der Beitrag skizziert den aktuellen Diskussionsstand zu einem nach langer Vernachlaessigung wieder breit diskutierten Thema. Vor allem geht es um die kontrovers diskutierte Frage, ob das Konzept einer "Kultivierung der Affekte" fuer historisches Lernen nutzbar gemacht werden kann oder nicht. An je einem Beispiel aus der Erwachsenenbildung und aus dem Geschichtsunterricht in den Schulen werden Chancen und Grenzen einer praktischen Umsetzung eroertert.

Literaturbericht

- Joachim Radkau: Technik- und Umweltgeschichte, Teil III (GWU 50, 1999, S. 356-384)

Nachrichten (GWU 50, 1999, S. 385-390)

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