GWU 49 (1998), 7-8

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GWU 49 (1998), 7-8
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Institution
Geschichte in Wissenschaft und Unterricht
Land
Deutschland
c/o
Prof. Dr. Michael Sauer Universität Göttingen Seminar für Mittlere und Neuere Geschichte Didaktik der Geschichte Waldweg 26 37073 Göttingen Tel. 0551/39-13388 Fax 0551/39-13385
Von
Horstkemper, Gregor

Inhaltsverzeichnis

Winfried Schulze: Editorial (S. 399)

Beitraege
- Gilad Margalit: Rassismus zwischen Romantik und Voelkermord. Die "Zigeunerfrage" im Nationalsozialismus, in: GWU 49 (1998), S. 400- 420
Die Zigeunerpolitik im Dritten Reich stand unter dem Einfluss zweier sich widersprechender Tendenzen. In Kreisen der NSDAP und der Regierung dominierte ein antisiganistischer Rassismus. Zigeuner galten als fremde, minderwertige Elemente, die aus dem "Lebensraum der deutschen Volksgemeinschaft" auszuschliessen waren. Dem gegenueber stand ein in der Oeffentlichkeit und selbst im "Ahnenerbe" der SS verbreiteter romantischer Rassismus, dessen Vertreter in einem kleinen Teil der deutschen Zigeuner Elemente sahen, die Sitten und Traditionen einer indogermanischen Vergangenheit bewahrt hatten.

- Jan-Holger Kirsch: Kommandant in Auschwitz. Autobiographische Aufzeichnungen von Rudolf Hoess, in: GWU 49 (1998), S. 421-439
Die 1946/47 verfasste Selbstdeutung des Rudolf Hoess gehoert zu den wenigen ausfuehrlichen Quellen, die das Geschehen von Auschwitz aus der Taeterperspektive beleuchten. Der KZ-Kommandant war weder ein Sadist noch das willenlose Raedchen einer anonymen Maschinerie. Buerokratische Organisation wird bei der Analyse als Zusammentreffen von Regelgehorsam und Eigenintitiative verstanden.

- Cornelia Essner: Die Tagebuecher von Victor Klemperer (1933-1945), in: GWU 49 (1998), S. 440-446

- Rolf Schoerken: Singen und Marschieren. Erinnerungen an vier Jahre Jungvolk 1939-1943, in: GWU 49 (1998), S. 447-461
In diesen Erinnerungen wird versucht, den Bewusstseinshorizont eines zehn- bis vierzehnjaehrigen Jungen und sein Zeiterleben wiederherzustellen. Der Verfasser wendet sich in einer historischen Reflexion gegen uebertriebene Vorstellungen von einer Wirkung der HJ-Erziehung.

- Detlef Schmiechen-Ackermann: Katholische Diaspora zwischen Rueckzug und Selbstbehauptung in der NS-Zeit. Ueberlegungen zum Verhaeltnis von Milieubildung und Widerstandspotentialen am Fallbeispiel Hannover, in: GWU 49 (1998), S. 462-476
Die wenigen bislang vorliegenden Lokal- und Regionalstudien, die die Frage nach dem Verhalten des katholischen Milieus unter der Nazi-Diktatur aufwerfen, kommen zu kontroversen Einschaetzungen, die vom Praedikat einer besonders hohen "Resistenzkraft" bis zum Verdikt einer "grundsaetzlichen Regimebejahung" reichen. Am bisher kaum untersuchten Fall der Diaspora wird die Gemengelage von Anpassung und Verweigerung in unterschiedlichen Milieusegmenten beleuchtet.

- Matthias Pape: Die Zukunft des Reichs. Oesterreich in der Planung des deutschen Widerstands gegen den Nationalsozialismus, in: GWU 49 (1998), S. 477-493
Der Abloesungsprozess Oesterreichs vom Reich, der sich seit Stalingrad und der Moskauer Erklaerung der Alliierten ueber Oesterreich Ende 1943 abzeichnete, wurde vom deutschen Widerstand bei den Sondierungsgespraechen in Wien zwar wahrgenommen, die Erklaerungen oesterreichischer Widerstandskaempfer blieben aber weniger eindeutig, als diese nach 1945 behaupteten. Der deutsche Widerstand hielt bis zuletzt am Verbleib Oesterreichs beim Reich fest - als selbstaendiger, um Suedtirol erweiterter Gliedstaat, wie es dem oesterreichischen Anschlusswunsch von 1918/19 entsprach.

Literaturbericht

- Joachim Rohlfes: Einfuehrungen in das Fach Geschichte, in: GWU 49 (1998), S. 494-508

Nachrichten (S. 509-516)

Aus dem Verband der Geschichtslehrer

- Aufruf zur Teilnahme am 42. Historikertag in Frankfurt (S. 517)
- Die Sektionen des 42. Historikertages in Frankfurt (S. 518)

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