GWU 51 (2000), 5-6

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GWU 51 (2000), 5-6
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Institution
Geschichte in Wissenschaft und Unterricht
Land
Deutschland
c/o
Prof. Dr. Michael Sauer Universität Göttingen Seminar für Mittlere und Neuere Geschichte Didaktik der Geschichte Waldweg 26 37073 Göttingen Tel. 0551/39-13388 Fax 0551/39-13385
Von
Reimer, Torsten

Inhaltsverzeichnis

Abstracts (GWU 51, 2000, S.282)

Joachim Rohlfels Editorial (GWU 51, 2000, S.283)

Beitraege

- Bernd Schneidmueller: Sehnsucht nach Karl dem Grossen. Vom Nutzen eines toten Kaisers fuer die Nachgeborenen (GWU 51, 2000, S. 284-301)
Von seinem Todestag an diente Karl der Grosse den Nachgeborenen als Argument. Die Indienstnahme aus unterschiedlichen Erinnerungsmotiven ueberlagerte den historischen "Kaiser an sich". In fuenf Schritten verfolgt der Beitrag die mittelalterlichen Interessen: Historische Besinnung erwuchs im 9. Jh. als Antwort auf eine bedrohte Gegenwart. Karolingische Herkunft begruendete noch lange die politische Legitimitaet der Nachfahren. Dann tauchte der Kaiser in die Muendlichkeit ab, wurde im spaeten 10. Jahrhundert aber auch als Begruender des abendlaendischen Kaisertums wiederentdeckt. Vielschichtige Erinnerungspotentiale brachten im 12. Jh. Die Konkurrenz um das rechtmaessige Karlserbe hervor, die gegenwaertig international verschmirgelt wird. Trotz abnehmender Bedeutung des Mittelalters fuer aktuelle Sinnstiftungen bleibt Karl weiter ein Kaiser historischer Sehnsuechte: Dem ausgehenden zweiten Jahrtausend wird er zum ersten Europaeer.

- Manfred Hettling: Die Jagd nach dem demokratischen Anfang. Rueckblick auf das Jubilaeumsjahr zu 1848 GWU 51, 2000, S. 302-312
Zum 150-jaehrigen Jubilaeum der Ereignisse von 1848 wurden in der Bundesrepublik vielfaeltige Erinnerungsveranstaltungen und -feiern durchgefuehrt. Waehrend bis 1989 die Erinnerung an 1848 erheblich bestimmt war durch die Gegensaetze der politischen Systeme zwischen Ost und West, traten in den Feiern des Jahres 1998 die Beduerfnisse offen zu Tage, der Bundesrepublik eine demokratische Vorgeschichte zu finden. In der Erinnerung an 1848 wurde eine demokratische Tradition gefunden und "erfunden", wurde sie konstruiert – als Gegengewicht zur These vom deutschen Sonderweg. Diese politisch motivierte Interpretation von 1848 verband sich mit dem Wandel der popularen Erinnerungsformen, die immer mehr das "Erleben" von inszenierter Vergangenheit durch die Besucher in den Vordergrund stellen.

- Michael Wolffsohn/Thomas Brechenmacher: Nomen est omen. Vornamenwahl als demoskopischer Indikator – das Beispiel Muenchen (1787–1876) (GWU 51, 2000, S. 313-332)
Vornamen bilden eine hervorragende Quelle zur Erforschung der politischen Einstellungen und sozialen Orientierungen breiter Bevoelkerungsschichten in vordemoskopischer Zeit. Waehrend die veroeffentlichte Meinung in der Regel nur die Positionen der handelnden Eliten spiegelt, liefert die quantitative Analyse der Vornamengebung – nach der Vergabehaeufigkeit bestimmter Einzelnamen und Namengruppen – empirisches, umfrageaehnliches Datenmaterial, dokumentiert oeffentliche Meinung. Der Beitrag versucht am Beispiel Muenchens waehrend des 19. Jahrhunderts Moeglichkeiten und Grenzen einer historischen Demoskopie aufzuzeigen, die sich diese Aussagekraft der Vornamen zunutze macht.

Bausteine fuer die Unterrichtspraxis

- Joachim Rohlfes: Judenemanzipation in Preussen. Das "Edikt betreffend die buergerlichen Verhaeltnisse der Juden in dem Preussischen Staate“ vom 11. Maerz 1812 (GWU 51, 2000, S. 333)

Literaturbericht

- Michael Hochgeschwender: Nordamerikanische Geschichte (GWU 51, 2000, S. 349-373)

Nachrichten (GWU 51, 2000, S. 374-379)

Aus dem Verband der Geschichtslehrer

- Historikertag 2000 Aachen. Sektionen des Verbandes der Geschichtslehrer Deutschlands, Teil I (GWU 51, 2000, S. 380-382)
- Beilage: Register fuer die Jahrgaenge 46–50, 1995–1999

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